Evangelisches Gütesiegel - Aushängeschild für Qualität (www.zentrum-bildung.de)
Kirchenpräsident Volker Jung überreicht am 27. August in Darmstadt die Auszeichnung. Grußworte sprechen Irene Alt, Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen in Rheinland-Pfalz; Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Sozialministerium Hessen und Georg Hohl, Vorsitzender der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen (BETA).
Als sichtbares Zeichen für Qualität beabsichtigt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau in ihren Kindertagesstätten ein Gütesiegel einzuführen. Es handelt sich um das Evangelische Gütesiegel BETA. Um diese bundesweit anerkannte Auszeichnung zu erhalten, müssen sich die Einrichtungen extern überprüfen und begutachten lassen und die vorgegebenen Standards und Qualitätsmerkmale erfüllen. Im Rahmen eines Pilotprojektes wurde das Verfahren in der EKHN erprobt. Am 27. August wird erstmals das evangelische Gütesiegel an fünf Kindertagesstätten verliehen.
„Niemand wird gezwungen sich überprüfen zu lassen. Es ist alles freiwillig“, sagt Roberta Donath, Fachberaterin für Qualitätsentwicklung im Zentrum Bildung. „Das Gütesiegel war ein Wunsch aus der Praxis. Wie auch in anderen Bereichen üblich, wollen viele Einrichtungen ihre Qualität beurkundet haben. Mit dem Gütesiegel haben sie nun ein sichtbares Aushängeschild.“
Zwei Einrichtungen aus Rheinland-Pfalz und drei aus Hessen dürfen sich zukünftig damit schmücken: die Evangelische Kindertagesstätte Holzappel (RLP), die Evangelische Kindertagesstätte „Regenbogenland“ in Wirges (RLP), die Kindertagesstätte der Evangelischen Thomasgemeinde in Darmstadt, die Evangelische Kindertagesstätte „Regenbogen“ in Dietzhölztal-Steinbrücken, und die Evangelische Kindertagesstätte „Schatzkiste Hörbach“ in Herborn. Am 27. August wird ihnen die Urkunde von Kirchenpräsident Volker Jung übergeben. Die Verleihung des Gütesiegels erfolgt in der Zeit von 9 bis 10.30 Uhr in der Aula der Evangelischen Hochschule Darmstadt, im Rahmen des Kongresses „Personalmanagement“. Zudem wird den ersten sieben Gutachterinnen, die ihre Ausbildung für das Evangelische Gütesiegel BETA erfolgreich abgeschlossen haben, das Zertifikat überreicht.
„Mit dem BETA-Gütesiegel erhalten die evangelischen Träger und Einrichtungen ein bundesweit einheitliches Zeichen mit dem ihr Qualitätsprofil sichtbar und anerkannt wird“, betont Oberkirchenrätin Monika Griep, Leiterin des Referates Qualitätsentwicklung und Qualitätsmanagement in der Kirchenverwaltung. Gleichzeitig setze das Verfahren viele Lernprozesse in Gang und ermutige die Einrichtungen ihre Arbeit wertzuschätzen und eigene Entwicklungspotentiale zu entdecken.
„Der Weg zum Gütesiegel ist nicht einfach“, räumt Roberta Donath ein. „Es beginnt damit, dass die Einrichtungen ihre Arbeit gut dokumentieren und sich bewerben. Sind die Voraussetzungen erfüllt, wird ihnen eine externe Gutachterin oder ein Gutachter zugeteilt. Diese prüfen die Dokumente und machen sich ein eigenes Bild beim Besuch der Einrichtung. Um festzustellen wie die Standards in der täglichen Arbeit umgesetzt werden, führen sie mit Leitung, Träger, pädagogischen Fachkräften und Elternvertretern Gespräche.“
Das Gütesiegel ist fünf Jahre lang gültig, dann muss es erneuert werden. Für die |
fünf Einrichtungen ist das kein Problem. „Qualität ist nicht irgendwann fertig entwickelt. Es gilt immer weiter daran zu feilen, auch um uns selbst den Spaß und die Freude an der Arbeit zu erhalten“, sagt Susanne Zielberg, Leiterin der Evangelischen Kindertagesstätte Regenbogen“ in Dietzhölztal-Steinbrücken. „Uns ist es wichtig, dass wir die Neugierde auch bei uns selbst erhalten. Zusammen mit den Kindern lernen wir immer wieder Neues hinzu und entwickeln uns weiter.“
Die zweigruppige Ganztags-Einrichtung ist eine der ersten, die mit dem QE-Prozess innerhalb der Kirche begonnen hat. Dies sei auch der Grund gewesen, sich für das Gütesiegel zu bewerben, erklärt die Kita-Leiterin. „Wir arbeiten schon lange an unserer Qualität und sind im Grunde davon überzeugt, dass wir gute Arbeit machen. Natürlich waren wir uns nicht sicher, wie es am Ende ausgeht. Aber uns war klar, dass wir nur profitieren können. Schließlich erhalten alle in dem Verfahren eine qualifizierte Rückmeldung von den Gutachtern. Dieses konstruktive Feedback von außen wollten wir auf alle Fälle haben.“
Auch das Team der „Evangelischen Kindertagesstätte „Schatzkiste Hörbach“ in Herborn ist von Anfang an dabei und engagiert sich schon länger in Sachen Qualität. Die Kindertagesstätte war bereits von 1999 bis 2003 Pilot-Einrichtung der nationalen Qualitätsinitiative des Bundesfamilienministeriums und Erprobungseinrichtung für den Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan. „In dem Gütesiegel-Verfahren sehen wir für uns eine gute Gelegenheit, Qualität nach innen zu klären und nach außen zu tragen“, sagt Judith Metz, Leiterin der viergruppigen Ganztags-Einrichtung.
Hintergrund-Infos:
Qualitätsentwicklung (QE)
Derzeit befinden sich ca. 500 Kindertagesstätten im Prozess der Qualitätsentwicklung (QE), bekannt unter dem Signet „Qualitätsfacetten“. Mit der Einführung des kirchlichen QE-Verfahrens leistet die EKHN einen erkennbaren Beitrag zur qualitativen Verankerung von Bildung, Erziehung und Betreuung in den evangelischen Kindertagesstätten. Sie sieht es als ihre Verantwortung an, in diesem Kontext religiösen Fragen Raum zu geben, christliche Traditionen in den Alltag zu integrieren, Begegnung der Religion zu ermöglichen und eine Werteerziehung zu fördern.
Kongress Personalmanagement
Der Schlüssel für die Qualität der Angebote in evangelischen Kindertagesstätten ist die Professionalität des Personals. Aus diesem Grund erfolgt die Verleihung des Gütesiegels am 27. August im Rahmen des Fachkongresses „Personalmanagement der evangelischen Kindertagesstätten“. Träger und Kita-Leitungen sind im Anschluss (ab 10.30 Uhr) eingeladen, sich mit Prof. Dr. Axel-Olaf Burow von der Universität Kassel auf einen moderierten Kommunikationsprozess einzulassen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie: Personalplanung, Strategien zur Personalgewinnung und Personalentwicklung, Mitarbeitendengespräche und Einarbeitungskonzepte für neue Mitarbeitende. Ziel des Tages ist es, gemeinsam mit allen Beteiligten, Ideen und Perspektiven zu entwickeln, um in Zeiten des Fachkräftemangels qualifizierte Mitarbeitende zu finden und zu halten. Der Fachkongress findet von 9 bis 17 Uhr in der Evangelischen Hochschule Darmstadt statt. Kosten: 45,- Euro. Information und Anmeldung beim Veranstalter: Zentrum Bildung, Fachbereich Kindertagesstätten, inge.wetter.zbekhn-net.de |