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Kinder- und Jugendarbeit
Tipps für den Umgang mit Störungen
Tips für den Umgang mit Störungen
1. Gerade am Anfang sind die Kinder meistens müde und überdreht zugleich. Sie müssen erstmal Dampf ablassen können. Also erst mal ein Spiel oder eine Austauschrunde (Was habt ihr heute schon erlebt?) oder Phantasiereise zur Beruhigung. Vielleicht erst danach singen oder beten. Genügend Möglichkeiten zum Austoben auch nach dem Beginn einplanen.
2. Akustische oder optische Signale mit den Kindern vereinbaren (z.B. Glocke oder Hand/Finger auf den Mund legen und sich gleichzeitig melden), bei denen dann alle wissen, daß sie ruhig werden sollen.
Überhaupt: Klare Verhaltensregeln(Pünktlichkeit, etc.) aufstellen (möglichst mit den Kindern)!
3. Kinder aus dem Störungsherd "drannehmen" (Frage, Aufgabe)
4. Tonfall verändern (leiser, lauter, langsamer, schneller, langgezogener sprechen), Standort verändern, durch Mimik und Gestik die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
5. Methode verändern (Faustregel: Alle zehn Minuten ein Methodenwechsel; Ersatzmethoden mit vorbereiten, wenn etwas mal nicht so ankommt)
6. Bei genügend Mitarbeitern einen Mitarbeiter in den Störungsherd setzen, um die Kinder zu beruhigen.
7. Umsetzen
8. Kind zur Seite nehmen (möglichst nicht so, daß alle es mitbekommen) und Gespräch führen.
9. Gespräch mit Eltern suchen, um zu verstehen, warum ein Kind sich so verhält, wie wir es wahrnehmen. Vielleicht Eltern bitten, Einfluß zu nehmen.
10. Rauswerfen für eine begrenzte Zeit (Problem: Aufsichtspflicht!)
11. Überprüfen, ob meine Veranstaltung vielleicht schlecht vorbereitet oder langweilig war (mögliche Störfaktoren durch gute Vorbereitung minimieren, wie z.B. keine Liedtexte vorbereitet etc.).
12. Vertrauensbeziehung aufbauen (sich das Recht erwerben, etwas sagen zu können!). Viele Kinder suchen Liebe und Anerkennung. Oft versuchen sie durch Störungen die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Vielleicht können wir etwas wichtiges beitragen, indem wir versuchen eine Vertrauensbeziehung aufzubauen.
Auswertung der Gruppensituation
Auswertung der Gruppensituation für Mitarbeiter
1. Standortbestimmung (Was ist die aktuelle Situation der Gruppe?)
a) Die Teilnehmer
-Wieviele nehmen im Durchschnitt an der Gruppe teil?
-Wer ist das genau? (Name, Alter, Geschlecht, bekehrt(ja/nein)/seit wann?, kommt seit wann, kommt regelmäßig/unregelmäßig, kommen sie aus christlichen Familien oder nicht?
-Sind die Teilnehmer jetzt dieselben von vor 6 Monaten? Wer ist neu? Wer kommt nicht mehr?
-Was sind für die Teilnehmer die üblichen Gesprächsthemen? Was meinst du, was sie am meisten wirklich bewegt?
-Sind sie in Bezug auf das Programm mehr an Freizeitangeboten (Schwimmen gehen, Tischtennis, Filme, usw.) interessiert, mehr am Singen/Lobpreis, mehr an Gesprächen oder mehr an Themen?
-Gibt es Cliquen? Wie wichtig sind der Gruppe gemeinsame Aktionen außerhalb des Programms?
b) Das Programm/ Die Mitarbeiter
-Was war der Schwerpunkt in den letzten 6 Monaten? Freizeitangebote, Gespräche, Themen?
-Welche Themen fanden statt (letzten 6 Monate)? Gab es zusammenhängende Themen? Gab es Themen, die besonders stark das Interesse der Teilnehmer gefunden haben?
-Wurde der musikalische Teil geplant oder gab es eher Wunschkonzerte?
-Wie ist der äußere Rahmen (z.B. Knabberzeug; Getränke, das Saubermachen) organisiert? Eingeteilt unter Mitarbeitern oder spontan mit Teilnehmern?
-Gab es konkrete Ziele in den letzten 6 Monaten für die Gruppe? Wenn ja, wurden sie erreicht?
-Wofür sind die Mitarbeiter geschult worden?
-Welche Mitarbeiter sind neu? Welche sind nicht mehr dabei?
c) Probleme
-Welche Probleme siehst du in der Gruppe im Bereich der Gemeinschaft, der Programmgestaltung, der Mitarbeiter, usw.? Wo hast du dich unwohl gefühlt? Was war langweilig, ermüdend oder ärgerlich?
-Welche bisherigen Dinge sollten unbedingt beibehalten werden, weil sie sich bewährt haben? Was hat viel Spaß gemacht und ermutigt?
2. Ziele für die nächsten 6 Monate
a) Ziele für die Gäste
-Worin besteht unsere Identität? Was wollen wir? Wohin wollen wir?
-Welche konkreten, erreichbaren Ziele für die Gruppenteilnehmer lassen sich aus der Standortbestimmung ableiten?
-Welche geistlichen Impulse, die sich zu Zielen formulieren lassen, hast du aus dem Gebet?
b) Ziele für die Mitarbeiter
-Welches Teilziel des großen Zieles "geistliches Wachstum" ist realisierbar und läßt sich konkret benennen? Entdecken von Gaben und Berufung bei den Mitarbeitern nötig? Wo ist Schulung nötig?
-Möglichkeit, sich unter Anleitung auszuprobieren (Methodische und didaktische Kompetenz steigern; selbständig und unabhängig von Leitern werden) gewünscht?
-Versuche alle konkreten Ziele für die nächsten 6 Monate zu sammeln. Dann kann gemeinsam im Gebet auf Gott gehört werden, um zu entscheiden, welche Ziele jetzt dran sind.
-Woran werden wir in sechs Monaten erkennen, ob wir das Ziel erreicht haben?
3. Wege zum Ziel
a) Programm
-Welche Art von Programmgestaltung (Welche Freizeitaktivitäten und welche Themen) kann dem Ziel dienen, welches wir im Gebet empfangen haben? Wie können gleichzeitig die Bedürfnisse der Teilnehmer berücksichtigt werden?
-Anfertigen der konkreten Programmplanung für sechs Monate (Wann bin ich im Urlaub/Ferien oder kann nicht?)
b) Teilnehmer
-Welche Methoden können helfen an die oben bestimmten Ziele zu kommen?
-Wie können Neue gewonnen und integriert werden? Wann kann man sagen, daß die Integration erreicht ist?c) Mitarbeiter-Vorschlag: Jeder der Mitarbeiter ist nacheinander für die Ausgestaltung eines ganzen Abends verantwortlich. Er/Sie sollte zumindest den thematischen Teil selbst gestalten, die anderen Programmpunkte möglichst vorbereitet verteilen/delegieren. Der/Die jeweils Verantwortliche kann einige Tage vor dem Gruppen-Abend seine Planung fertig haben und diese mit dem Leiter durchsprechen. Dies kann zur Hilfe und Ermutigung werden. Es ist oft hilfreich, das, was man sich überlegt hat, nocheinmal mit jemandem durchzusprechen. Nach dem Ende des Abends kann jedesmal ein 10 minütiges Feedback durchgeführt werden , bei dem zunächst jeder Mitarbeiter sagt, was gut gewesen ist, und anschließend, wo es noch positive Veränderungsmöglichkeiten gibt. Dies kann schriftlich nur für den Verantwortlichen des Abends festgehalten werden. Überlege dir was du von dem Vorschlag hältst. Was könnte positiv sein? Was ist problematisch?
Erzählen lernen
Erzählen lernen
"Was wir gehört und erfahren haben, was schon unsere Väter uns erzählten, das wollen wir auch unseren Kindern nicht verschweigen. Jede Generation soll von den mächtigen Taten Gottes hören, von allen Wundern, die er vollbracht hat."
(Ps.78,3-4 nach Hoffnung für alle)
1. Wie eine Geschichte meine Geschichte wird
a) Den Text lesen als ob er mir ganz fremd und neu wäre.
b) Den Text in Szenen einteilen: Wer etwas erzählen will, muß selbst etwas "sehen", damit bei seinen Zuhörern wieder Bilder entstehen. Nicht immer muß die Szenenabfolge des Textes auch die Abfolge meiner Erzählung sein.
c) Jede Szene mit allen Sinnen vorstellen: Was sehe ich? Was höre ich? Was rieche ich? Was schmecke ich? Was spüre ich? Was braucht der Hörer zum Miterleben der Geschichte? Was ist mir wichtig, damit die Geschichte besser verstanden wird?
d) Jeden Bibelvers mit dem P.O.Z.E.K.-Schlüssel aufschließen:
P = Persone/en; O = Ort/e; Z = Zeit; E = Ereignis/se; K = Kern
Die Botschaft/den Kern in einem Satz zusammenfassen.
e) Fragen stellen an jeden Vers und Antworten suchen
f) Überlegen, was der Hörer "sehen" kann:
-Personen und ihr Aussehen beschreiben: z.B. einen Wortführer der murrenden Schriftgelehrten auswählen (alter Mann mit Falten, weißgewordenem Bart, Hände, die keine Handarbeit verrichten mußten, gut und wohlhabend gekleidet)
-Personen und Gefühle beschreiben: Levi wird bleich; Schriftgelehrter mit rotem Kopf; Menge steckt fragend die Köpfe zusammen
-Schauplätze kurz beschreiben
=> Vorsicht: nur Ausschmücken, was zu tieferem Verstehen hilft.
g) Begriffe und undefinierbare Größen (z.B. die Menge) erzählen statt zu erklären:
Zöllner und Sünder = Freunde Levis vom Zoll, auch sein Nachfolger am Zoll; Freunde unter den römischen Soldaten, Menschen, die er aus der Spielhalle kennt
h) Drei sprachliche Grundregeln:
Kurze Sätze, direkte Rede, in der Gegenwart (Präsens) erzählen.
i) Eine Erlebnisperson auswählen: Eine Geschichte soll eine Erlebnisperson haben, die alles sieht, wahrnimmt, überlegt, Fragen stellt, überrascht wird. Die Erlebnisperson ermöglicht ein Miterleben des Hörers, sie sorgt für Verstehen (weil sie Fragen stellen kann) und drückt die Reaktionen des Hörers (Zweifel, Vertrauen) mit aus. Es ist gut, wenn die Erlebnisperson in der Geschichte vorkommt (z.B. Einzelgestalt aus einer Gruppe), sie braucht nicht unbedingt einen Namen. Sie hat alles miterlebt bzw. läßt sich erzählen, was geschehen ist. Gott und Jesus sollten nicht Erlebnisperson sein. Es sollte außerdem nur eine Erlebnisperson geben.
2. Der Aufbau einer Erzählung
a) Zuerst das Ende bestimmen. Der Schluß ist der Höhepunkt der Geschichte.
-Der Höhepunkt ausführlich und betont. Nach dem Höhepunkt ist bald Schluß.
-Wer nach dem geplanten Schluß noch etwas erzählen muß, hatte den Höhepunkt noch gar nicht erreicht.
b) Vom Schluß her den Anfang finden
-Oft steht am Anfang das Gegenteil des Endes. Die Anfangssituation ist das Gegenteil der Schlußsituation. Gleich am Anfang ein Problem erzählen, das im Schluß aufgelöst wird.
-Fehler bei der Einleitung: Das Ziel verraten. Der Erzähler äußert selbst seine Bedenken, seine Unsicherheit oder seine Abneigung gegen eine Geschichte. Zu breite Ausschmückungen am Anfang.
c) Zwischen Anfang und Ende
Eine klare Abfolge von Szenen. Das Gewicht liegt auf dem Höhepunkt kurz vor Schluß.
Gleich am Anfang ein Problem. Geheimnisse langsam preisgeben.
3. Erzählungstypen
a) Verschwörungen: In dieser Geschichte verwickelt sich der Held in eine Situation, dessen Ausgang gefährlich und ungewiß ist (Alle gegen Einen!). Der Ausgang der Verschwörung stellt deshalb auch den Höhepunkt dar (Auch Gruppen können sich gegeneinander verschwören).
b) Probleme: Die Geschichte wird spannend, weil irgendein Problem (Naturkatastrophe, technisches oder soziales Problem) für alle anderen unlösbar scheint. Durch die richtige Einstellung und Beziehung zu Gott schafft der Held es mit Gottes Hilfe. Die Lösung des Problems ist der Höhepunkt der Geschichte.
c) Suchabenteuer: Sei es Schatzsuche oder der verschwundene Freund: alle fiebern mit, bis der Held fündig wird. Der Höhepunkt ist erreicht, wenn der Held das Gesuchte findet und alle Rätsel gelöst sind.
d) Reisen: An einem lang ersehnten Ort anzugelangen und diesen eine kurze Zeit lang zu erleben ist der Höhepunkt der Geschichte. Die Spannung wird aufgebaut durch positive und negative Begegnungen auf dem Weg, die Hoffnung und Zweifel in bezug auf das Ziel säen.
e) Charakterveränderung: Die Hauptperson erlebt eine klare Veränderung von negativen zu positiven Verhaltensweisen oder Glaubenseinstellungen. Der Höhepunkt ist der Moment der Veränderung. Die Änderung kann aber auch am Anfang erzählt werden und im Rückblick entwickelt werden.
4. Ideen zur Gestaltung
Sprechzeichnen, Gegenstände mitbringen, Geschichte als Brief einer Person erzählen, Tagebucheintrag, mit Puppen erzählen, mit Medien erzählen (Bilderbuch, Folien, Dias, Bild, Film...), mit dem ganzen Körper(Gestik, Mimik) erzählen (mehr Spielen als Erzählen)
5. Probleme beim Erzählen
a) Die Geschichte ist schon bekannt.
-Na und? Glauben wir wirklich, wir dürfen stets die ersten sein, die eine uralte Geschichte erzählen? Wie soll außerdem Kenntnis wachsen, wenn nicht Geschichten immer wieder erzählt werden?
-Mögliche Antworten/Reaktionsmöglichkeiten:
"Klasse, das freut mich. Nicht wahr, die Geschichte ist schön. Du erlaubst sicher, daß ich sie jetzt noch einmal erzähle."
"Das ist schön, daß du die Geschichte schon ein wenig kennst. Ich will sie dir jetzt so erzählen, wie ich das kann und ich die Geschichte kenne. Vielleicht erzählst du mir nachher, was du an der Geschichte anders kennst."
"Stimmts, du magst die Geschichte auch. Ich freue mich, daß ich sie heute erzählen darf. Du freust dich sicher auch, wenn du sie jetzt nocheinmal hörst."
-Nur nicht aus der Ruhe bringen lassen! Es wäre schade um die Geschichten.
b) Was kommt nach der Erzählung?
-Ideen sammeln und Einsatz vorbereiten: Kreative Gebetsformen, Singen/Lied, Gestalten, Bewegung/Aktion, Bild, Zeichenhandlungen, Essen, etc.

