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Gabenorientierte Mitarbeiterschaft

Das Prinzip der Gabenorientierten Mitarbeiterschaft
a) Grundsätzliches:
1. Das Prinzip einer Gabenorientierten Mitarbeiterschaft ist eigentlich nichts Neues. Bereits in der Zeit der Reformation hat Luther den Begriff des "allgemeinen Priestertums aller Gläubigen" entwickelt. Die Grundlage für dieses Prinzip fand Luther an vielen Stellen in der Heiligen Schrift (z.B. 1.Petr.2,9). Ihm war es wichtig, daß die Gemeindeglieder mündige Christen werden (Luther in: "Vorrede zur deutschen Messe" von 1525 und in "Daß eine christliche Versammlung oder Gemeinde Recht oder Macht habe, alle Lehre zu beurteilen und Lehrer zu berufen, ein- und abzusetzen, Grund und Ursache aus der Schrift" von 1523).
2. Neu ist, daß es in der Gegenwart besonders betont wird, daß die Gaben, die ein Mensch hat, und die Aufgaben, die er übernimmt, zusammenpassen müssen. Das Dienen macht so erstens mehr Spaß, zweitens ist es effektiver und drittens entspricht dies dem Plan Gottes, den er für den Einzelnen und für die gesamte Gemeinde hat(Berufung). Neu an diesem Seminar ist die Erkenntnis, daß es auch einer geistlichen Reife bedarf, um die Gaben, die Gott gegeben hat, verantwortlich zu gebrauchen.
3. Ein erster Schritt in die Mitarbeit ist daher das Entdecken, welche Gaben Gott mir gegeben hat. Nur dann kann der zweite Schritt, das Finden der richtigen Aufgabe, die meinen Gaben entspricht, mit Erfolg gegangen werden. Dieses Seminar heute soll helfen, den ersten Schritt zu tun.
ZSFG:
1. Gaben entdecken
2. Bedürfnisse herausfinden(der Menschen, die von den Aufgaben profitieren sollen)
3. Aufgaben schaffen, die Gaben und Bedürfnissen entsprechen(Aufgabenbeschreibung)
4. Andere Aufgaben einstellen, die weder Gaben noch Bedürfnissen entsprechen
b) Hindernisse:
1. Falsche Demut(Ich weiß nicht, ob Gott mir Gaben geschenkt hat")
2. Falsches Amtsverständnis(Mitarbeiter als Gehifen des Pastors)
3. Geistliche Gaben werden mit dem Spektakulären identifiziert. Dies wird oft überbetont, so daß die Zahl der Gaben übersehen wird. Andere haben Angst vor Mißbrauch und lehnen daher die übernatürlichen Gaben ab.
4. Den Gemeindegliedern werden keine praktischen Hilfen angeboten, wie sie ihre Gaben herausfinden können.
5. Es wird nicht zwischen den Gaben des Geistes und den Früchten des Geistes unterschieden
6. Es gibt keine Gelegenheiten, in denen mit Gaben experimentiert werden kann.
7. Falsche Opfer-Theologie("Ein wirklicher Dienst für Gott darf keinen Spaß machen")
(umgekehrter Fehler: Ich tue nur noch was mir Spaß macht)
8. Aufgaben werden nach Status anstatt nach Gaben verteilt.
9. Es gibt zu wenig Dienste in denen die Gaben eingesetzt werden können.
10. Christen werden zu Aufgaben überredet, für die sie keine Gaben haben.
c) Konkrete Schritte
1. Schaffen sie über Predigten, Bibelarbeiten, etc. ein Bewußtsein für das Thema "Gabenorientierte Mitarbeiterschaft".
2. Helfen sie allen Christen ihre Gaben zu entdecken.
3. Lassen sie sich die Ergebnisse des Gabentests mitteilen.
4. Bieten sie jedem eine Aufgabe an, die seinen Gaben entspricht.
5. Streichen sie Aufgaben, die für den Gemeindeaufbau wenig austragen.
6. Schaffen sie für diejenigen, die die Gabe der Evangelisation haben, besondere Betätigungsfelder.
7. Überprüfen sie die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen.

Die Gaben des Heiligen Geistes
(nach Chr.Schwarz, Der Gabentest; hierauf beziehen sich die Seitenzahlen unten)

a) Grundlegendes
1. Was ist eine geistliche Gabe?
Def.: Eine geistliche Gabe ist eine besondere Fähigkeit, die der Heilige Geist jedem Christen - nach Gottes Gnade - gibt, und die zum Aufbau des Leibes Christi eingesetzt werden muß. (S.9-11)
2. Die Geistesgaben haben die Früchte des Geistes als Hintergrund. (S.151)
Bsp. Ein Prophet ohne Geduld und Liebe kann Gott im Weg stehen.(1.Kor.13,1-3; 14,1)
3. Die Geistesgaben sind Dienstgaben(1.Kor.12,7; 14,26; Eph.4,11-12; 1.Petr.4,10).
(Ausnahme: Sprachengebet auch zur persönlichen Auferbauung).
Aus welchen Motiven heraus dienen wir? Aus welchen Motiven heraus setzen wir Gaben nicht ein? Stimmen unsere Gaben mit unseren Aufgaben überein? (S.59)
4. Die Geistesgaben sind immer nur im Zusammenhang der Gemeinde von Bedeutung, weil die Gemeinde der Leib ist(Röm.12). Wer nach den Gaben des Geistes fragt, fragt zugleich: Wo ist mein Platz in der Gemeinde? Was passiert mit dem Leib, wenn einzelne Glieder passiv sind, bzw. sich nicht einbringen?(1.Kor.12,15-22) Der Leib kann handlungsunfähig werden. Das Herausfinden der Gaben gibt mir Einblick in meine Berufung. Bin ich aber auch bereit, mir selbst dienen zu lassen? (S.12)
5. Das Ziel der Geistesgaben ist die Ehre Gottes, nicht die des Menschen, der die Geistesgabe empfangen hat und ausübt.(Eph.2,8-9+19-22; Kol.3,23; Gal.2,20).
6. Es gibt einen Unterschied zwischen Geistesgaben und natürlichen Gaben. Eine natürliche Redebegabung z.B. kann umgewandelt werden zu einer geistlichen Gabe wie der Evangelisation oder der Lehre. Aber eine natürliche Begabung wird nicht immer eine geistliche Gabe werden. Gott kann eine geistliche Gabe auch Menschen schenken, die keinerlei Anlage in ihren natürlichen Begabungen dazu haben.
7. Es gibt einen Unterschied zwischen geistlichen Gaben und "christlichen Universalrollen" (=Aufgabe jedes Christen). Jeder Christ hat die Aufgabe zu evangelisieren. Wenn man aber die Gabe der Evangelisation hat, liegt in diesem Bereich eine besondere Berufung, die ein Mensch hat. Wenn man die Gabe nicht hat, kann man damit keine Bequemlichkeit und keinen Ungehorsam begründen, wenn es ums Evangelisieren geht.(S.15-16)
8. Jeder Christ hat mindestens eine geistliche Gabe. Die Menge und Art der Gaben, die ich von Gott empfange, sagen nichts darüber aus, ob Gott mich mehr oder weniger lieb hat als andere(Mat.25,14-30). Auch in der Gemeinde ist jede Gabe gleich wichtig und nötig, auch wenn Menschen(anders als Gott) leicht die Gaben für wichtiger halten, die mehr im Vordergrund stehen.
Wer seine Gaben einsetzt, setzt die anderen Gemeindeglieder frei, daß sie ihre Berufung leben können.(Röm.12,4-6a; 1.Kor.12,11+24; 1.Petr.4,10)
9. Es gibt keine begrenzte Zahl von geistlichen Gaben. Die Auflistungen von Gaben in der Bibel sind unterschiedlich, was darauf schließen läßt, daß sie keine vollständigen Listen sein wollen. Vergleiche die Gabenlisten in Eph.4; 1.Kor.12; Röm.12. (S.17-18)
10. Gaben sind im Normalfall zum lebenslangen Gebrauch gegeben (Bsp. Paulus; Gegenbsp. Amos, der nur sehr kurz als Prophet wirkte). (S.15)
11. Jeder Christ hat eine unterschiedliche Gabenkombination. Es gibt verschiedene Grade und Variationen von Geistesgaben.(S.13-14)
12. Nicht jeder Christ hat jede Gabe(1.Kor.12,29-30).



b) Wie entdecke ich meine Geistesgaben?
- Eine Hilfe kann ein Gabentest sein.
1. Öffne dich Gott im Gebet.(S.23)
a) Gibt es bestimmte Gaben, die du nur ungern hättest? Bitte um Offenheit.
b) Wenn du negative Erfahrungen mit Christen gemacht hast, die eine bestimmte Gabe praktizierten, gib diese Erfahrungen an Gott ab.
2. Sei bereit, die entdeckte Gabe auch einzusetzen. Wieviele Stunden pro Woche bist du bereit zu investieren für den Einsatz und die Entwicklung einer Gabe, die du entdeckst? (S. 24)
3. Mache dich über alle Möglichkeiten sachkundig.(=Welche Gaben gibt es?) (S.25)
4. Teste, was dir Freude macht. (S.26-28)
Wer eine Gabe hat, dem macht es auch Spaß, sie einzusetzen (Das bedeutet aber nicht ein Lust-und-Laune-Prinzip). Welche Aufgaben haben dir bisher immer Spaß gemacht? Bei welchen Tätigkeiten hast du dich sehr unwohl gefühlt?
5. Experimentiere so viel wie möglich.(S.28-29)
Welche Aufgaben könnten mit der entdeckten Gabe getan werden? Wo hast du bereits experimentiert? Was würdest du gerne einmal ausprobieren? Welche Aufgaben siehst du in der Gemeinde, die von niemandem erfüllt werden?
6. Überprüfe nüchtern die Wirksamkeit. (S.30)
Welche Wirkung hat die entdeckte Gabe, sofern du sie schon einmal eingesetzt hast?
7. Suche das Urteil anderer. (S.31)
Welche geistlichen Eigenschaften sollte der Mensch haben, der mir eine Gabe bestätigen soll?

c) Wie können die geistlichen Gaben eingesetzt werden, daß dadurch die Gemeinde/ der Hauskreis aufgebaut wird?
1. Welche Gabenkombination hat der Hauskreis/die Gemeinde? (S.55)
2. Passen bei mir Gaben und Aufgaben zusammen? (S.56-58)
3. Trainiere deine Gabe. Erarbeite einen Trainingsplan. (S.59-61)
4. Sei offen dafür, daß Gott dir neue Gaben dazu schenkt(latente Gaben). (S.61)
5. Fehlende Gaben sind kein Argument, wenn ich nur tun oder lassen will, was mir gefällt, weil Gott durch Gaben mir auch Aufgaben zuweist. (S. 62)
6. Vermeide Gabenprojektion(=Jeder muß tun, was ich mit meiner Gabe tue). (S.63)
7. Setze deine Gabe wirklich für die Gemeinde ein. Alles andere ist Mißbrauch. (S.59)

d) Allgemeine Literatur zu den Gaben des Heiligen Geistes
Christian Schwarz: Der GabentestC.Peter Wagner: Die Gaben des Geistes für den Gemeindeaufbau

 

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